Kategorie

Datum

15 Jun 2018 - 19 Okt 2018

Uhrzeit

19:00 - 23:55

Antifa-Tresen

Henning Fischer: Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück

Im Oktober referiert Henning Fischer zu den Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück. Henning hat 2017 das Buch „Überlebende als Akteurinnen. Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück: Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989“ veröffentlicht. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Kurt und Herma-Römer-Stiftung organisiert.

Ende April 1945 wurde das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück bei Berlin von der Roten Armee befreit. Einige der Überlebenden, meist Kommunistinnen, die in der Weimarer Republik politisch geprägt worden waren, gründeten unmittelbar nach der Befreiung eine deutsche Lagergemeinschaft als ihren sozialen und politischen Verband.
Von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit und die 1990er Jahre – Die politischen Biografien der Frauen der Lagergemeinschaften eint mehr als die gemeinsame Haft im Frauen-KZ Ravensbrück. Zugleich werden ihre individuellen Lebensgeschichten durch verschiedene Entwicklungen charakterisiert. Nach der Befreiung 1945 rahmten ungleiche Verhältnisse die Kämpfe um Erinnerung in Ost und West. Antikommunismus in der Bundesrepublik und Staatssozialismus in der DDR prägten die politischen Handlungsfelder der Überlebenden.
Henning Fischer spricht anhand von Fotografien aus deren Lebensgeschichten über die kurz nach dem Krieg ins Leben gerufenen Lagergemeinschaften. Er wird hier ebenfalls näher auf das Leben der Hamburgerin Katharina Jacob eingehen. Die Widerstandskämpferin überlebte die KZ-Haft und blieb, wie viele ihrer Gefährtinnen, auch nach 1945 politisch aktiv. Bis in die 1980er Jahre bestimmte eine Politik „unversöhnlicher Erinnerung“ ihren Standpunkt.
Die Veranstaltung soll Raum bieten, um über die politische Bedeutung der Geschichte der Lagergemeinschaften zu diskutieren. Dazu gehört die Frage nach Erinnerung, der Situation der Akteurinnen in männlich dominierten Strukturen und ebenso die Frage nach Handlungsräumen und Möglichkeiten politischer Organisierung im Schwerefeld ‚der‘ Partei.

Offen ab 19 Uhr
Beginn 20 Uhr

Jeden 3. Freitag im Monat

 

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